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Einblicke in das Handwerk, Gedanken zu historischen Methoden und Informationen zu Kursterminen.

Seifenherstellung im Kursraum in Berlin-Moabit

Warum Holzasche nicht gleich Holzasche ist

Buchenholzasche ergibt eine andere Lauge als Kiefernholzasche. Das klingt wie ein Detail, ist aber handwerklich entscheidend. Weiche Hölzer wie Kiefer enthalten mehr Harze und liefern eine weniger reine Pottasche. Hartholz – Buche, Eiche, Esche – ist die bevorzugte Wahl der historischen Rezepte. Warum das so ist, und wie man es selbst testen kann, erklären wir im Grundkurs.

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Lavendel, Rosmarin und Kamille für Seifeneinlagen

Kräuter, die den pH überleben

Frische Seife hat einen pH von 9 bis 10. Das ist alkalisch genug, um viele Pflanzenfarbstoffe zu verändern oder zu zerstören. Lavendel behält seinen Duft erstaunlich gut. Rote Bete wird braun. Kurkuma hält sich besser als erwartet. Im Aufbaukurs gehen wir diese Liste systematisch durch.

Verschiedene natürlich gefärbte Seifenstücke in Erdtönen

Ton, Lehm und Mineralien als Farbgeber

Mineralische Pigmente sind pH-stabil und gehörten zur historischen Seifenherstellung dazu. Roter Tonerde gibt ein warmes Terrakotta, Grüner Ton ein gedecktes Moosgrün, Aktivkohle ein tiefes Grau. Diese Farben verändern sich in der Reifezeit kaum – im Gegensatz zu pflanzlichen Farbstoffen.

Was ist eigentlich der "Trace" beim Kaltverseifen?

Trace ist der Moment, in dem Öl und Lauge eine stabile Emulsion gebildet haben. Wenn man einen Löffel Seifenmasse über die Oberfläche zieht, hinterlässt sie eine sichtbare Spur – wie eine Schrift im Schnee. Zu früh in die Form gegossen führt zu Trennung. Zu spät gerührt, und die Masse ist zu fest zum Gießen. Es ist ein Fenster, und das Handwerk besteht darin, es zu erkennen.

Deutsche Haushaltsbücher als Quelle

Das "Oeconomische Encyclopädie" von Krünitz (1773-1858) enthält detaillierte Beschreibungen der Seifensiederei. Die Sprache ist alt, die Chemie noch ungenau – aber die handwerklichen Beobachtungen sind präzise. Wir nutzen solche Quellen nicht als Kuriosität, sondern als ernstzunehmende Dokumentation eines funktionierenden Handwerks.

Selbst ausprobieren statt nur lesen

Die Theorie ist ein guter Anfang. Aber Handwerk lernt man durch Tun.

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