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Traditionelle Seifenherstellung in einem Berliner Kursraum
Berlin · Alt-Moabit

Historisches Handwerk.
Echte Zutaten.
Bleibende Seife.

Traditionelle Seifenherstellung nach deutschen Überlieferungen – mit Holzaschenlauge, Pflanzenölen und Kräutern, die wirklich etwas können.

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Seife wie vor 200 Jahren – nur mit mehr Wissen

Irgendwo zwischen industrieller Massenproduktion und Wellness-Trend liegt das wirkliche Handwerk. Wir arbeiten mit Holzasche, die tatsächlich zu Lauge wird. Mit Pflanzenölen, deren Fettsäurespektrum den Charakter der Seife bestimmt. Mit Kräutern, die nicht nur nach gut riechen, sondern im Seifenteig überleben können.

Dieser Kurs bewahrt historisches Wissen aus deutschsprachigen Haushalts- und Kräuterbüchern des 18. und 19. Jahrhunderts. Keine kosmetische Produktionszertifizierung, keine gewerbliche Verkaufslizenz – nur ehrliches Handwerk für den eigenen Haushalt.

Über unseren Ansatz
Holzasche wird zur Herstellung von Lauge vorbereitet
Reine Zutaten

Was Sie im Kurs lernen

Vier Themenbereiche, die aufeinander aufbauen und zusammen ein vollständiges Bild des historischen Seifenhandwerks ergeben.

Laugenherstellung aus Holzasche

Die Grundlage jeder traditionellen Seife ist die Lauge. Wir arbeiten mit dem historischen Prinzip der Auslaugung: Holzasche wird mit Wasser übergossen, und über Stunden löst sich das Kaliumcarbonat heraus. Das Ergebnis ist eine Pottasche-Lauge, die für weiche Seifen genutzt wurde – ganz anders als das spätere Natriumhydroxid der Industrieproduktion.

Sie lernen, welche Holzarten die stärkste Lauge ergeben, wie man die Laugenkonzentration mit historischen Methoden prüft, und warum die Qualität der Asche entscheidend ist. Das klingt einfach – wird aber schnell faszinierend komplex.

  • Auswahl geeigneter Holzarten
  • Aschenbottich und Auslaugung
  • Konzentrationstest nach historischer Methode
  • Sicherheitsregeln im Umgang mit Lauge
Holzasche in einem traditionellen Auslaugegefäß für Laugenherstellung

Der Kaltverseifungsprozess

Kaltverseifung ist eine Methode, bei der Öle und Lauge bei möglichst niedrigen Temperaturen verbunden werden. Im Gegensatz zur Heißverseifung bleiben dabei mehr wertvolle Inhaltsstoffe der Öle erhalten. Glycerin entsteht als natürliches Nebenprodukt und verbleibt in der Seife – ein entscheidender Unterschied zur industriellen Produktion, wo Glycerin herausgefiltert wird.

Wir gehen durch das Trace-Stadium Schritt für Schritt, besprechen die Emulsionsbildung und klären, warum die Reifezeit von mehreren Wochen chemisch notwendig ist und nicht nur Geduld auf die Probe stellt.

  • Öl-Lauge-Verhältnis berechnen
  • Trace erkennen und steuern
  • Aushärtung und Reifezeit verstehen
  • Eigene Seife formen und lagern
Seifenteig beim Kaltverseifungsprozess wird gerührt

Kräutereinlagen und pflanzliche Zusätze

Nicht jedes Kraut überlebt den basischen pH-Wert einer frischen Seife. Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse, die Teilnehmer mitnehmen. Wir schauen genau hin, welche Kräuter, Heilpflanzen und Blüten sich eignen, in welcher Form sie eingearbeitet werden, und was dabei biochemisch passiert.

Historische Rezepte aus dem 19. Jahrhundert empfahlen Lavendel, Rosmarin, Kamille und Wacholder für verschiedene Haushaltsseifentypen. Wir erproben diese Kombinationen praktisch und verstehen, warum manche Farben und Düfte sich verändern.

  • pH-stabile Kräuter und Blüten
  • Infusionsmethoden für Öle
  • Ätherische Öle richtig dosieren
  • Historische Rezeptkombinationen
Getrocknete Kräuter und Pflanzenöle als Seifenzutaten auf Holzoberfläche

Natürliche Farbgebung ohne Synthetik

Farbe in Seife zu bringen, ohne synthetische Pigmente zu verwenden, erfordert Kenntnis und etwas Geduld. Manche Pflanzenfarbstoffe verblassen, andere verändern sich im alkalischen Milieu zu überraschend anderen Tönen. Kurkuma wird orange, Spirulina bleibt grün, Rotton entsteht aus Tonerde. Das ist keine Chemievorlesung – das ist faszinierend beobachtbares Handwerk.

Wir testen gemeinsam verschiedene natürliche Farbgeber und dokumentieren, wie sich die Farben während der Reifezeit weiterentwickeln. Was frisch aussieht wie ein kräftiges Gelb, kann nach vier Wochen ein warmes Elfenbein sein.

  • Mineralische Farbgeber (Tone, Lehm)
  • Pflanzliche Pigmente und Extrakte
  • Farbveränderungen vorhersagen
  • Mehrfarbige Marmorierungen
Natürlich gefärbte Seifenstücke in verschiedenen Erdtönen nebeneinander

Ihr Weg vom ersten Klick zur fertigen Seife

01

Informieren

Sie lesen sich durch unsere Kursinhalte, stellen vielleicht eine Frage per E-Mail und entscheiden in Ruhe, ob das Programm zu Ihnen passt. Kein Druck, keine Fristen.

02

Anmelden

Das Anmeldeformular ist kurz. Wir bestätigen Ihre Teilnahme und senden eine Materialliste, damit Sie wissen, was mitgebracht werden kann – und was wir stellen.

03

Mitmachen

Ein Tag im Kursraum in Alt-Moabit. Theorie, Praxis, Fragen, Fehler machen – alles gehört dazu. Sie gehen mit eigener Seife nach Hause. Und mit einem anderen Blick auf Alltagsprodukte.

04

Nachbereiten

Teilnehmer erhalten Unterlagen zu den historischen Rezepten und Methoden. Die Seife reift zu Hause weiter – das ist der Moment, in dem das Gelernte real wird.

05

Weitermachen

Viele Teilnehmer kommen für Aufbaukurse wieder oder bringen Freunde mit. Das Handwerk wächst mit der Erfahrung. Jede Seife ist ein bisschen anders als die letzte.

Historisches Handwerk selbst erleben

Das Wissen über Holzaschenlauge und Kaltverseifung wird seltener. Dieser Kurs hält es lebendig – für alle, die mehr wollen als ein Wellness-Erlebnis.

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